Fundraising einmal anders
von Ehrenfried Conta Gromberg
Unter der Hamburger Vorzeigekirche St. Michaelis oder kurz „der Michel“ befand sich bisher ein dunkles Geheimnis: Die Krypta. Dieses 1.000 qm große, niedrige Gewölbe, war ehemals für Grabstätten vorgesehen, wurde später als Abstellkammer zweckentfremdet und fristete lange ein eher muffiges Dasein.
Mit der Dunkelheit ist es endgültig vorbei
Seit kurzem regt sich einiges in der Tiefe. Was dort passiert ist für Fundraiser interessant. Das gesamte Gewölbe wurde entmüllt, für 400.000 Euro restauriert und ist seit November 2007 in neuem Licht zu sehen. Wie schön dieses Licht ist, darüber konnten sich die Teilnehmer des 3. Norddeutschen Fundraising-Tages einen Live-Eindruck verschaffen. Eine Lichtinstallation zaubert für alle Stimmungen den richtigen Farbton.
Bei dem Get Together verriet Hauptpastor Röder Fundraising Geheimnisse
In der Krypta werden in Zukunft viele Veranstaltungen stattfinden. Konzerte zum Beispiel. Wußten Sie, das die Kirchenmusiker des Michels als eigene gGmbH outgesourced wurden? Sie sollen sich demnächst selbst tragen. Unter anderem durch diese Konzerte. Fundraising ist spannend. Aber es kommt noch besser: Der Michel plant in Zukunft wieder Grabstätten gegen Geld in der Krypta anzubieten. Bei 1.000 qm gibt es dafür genug Platz. Wer neben Emanuel Bach oder anderen bekannten Persönlichkeiten liegen will, wird ab 2009 (genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest), dazu die Möglichkeit haben.
„Wir haben insgesamt die kirchliche Scheu verloren, Geld zu nehmen. Den mit dem Geld gewinnen wir nicht nur das Geld sondern auch die Menschen.“ So Alexander Röder.
Dieses Grab-Fundraising ist übrigens keine neue Erfindung. Bereits beim Bau des Michels wurde das Gewölbe nur zu diesem Zweck errichtet. Um fehlende Mittel für den Bau des Michels zu fundraisen, wurden zunächst Grabstellen unter dem Michel an den Mann und an die Frau gebracht. Dann erst wurde der Michel gebaut. Die Einnahmen aus diesem vorlaufendem Grab“verkauf“ waren in der Historie ein großer Erfolg.
Wir sind gespannte auf die Angebote für Gräber in der Krypta und werden in Fundraising innovativ weiter berichten, ob sich der Erfolg auch in unserem Jahrhundert einstellt.
 

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