von Bettina Tria

In Deutschland gibt es für eine NPO keine Verpflichtung, über die reine Rechnungslegung „Buch zu führen“. Doch das ist allein nicht ausreichend, um das Wirken einer sozialen Organisation zu steuern. Auch können Förderer bei einer „Minimum-Buchhaltung“ die Wirkung der Organisation nicht beurteilen.

 

Nackte Buchhaltung reicht nicht

Wer nur wenig in sein Controlling investiert, dem fehlen Informationen, um
– zu entscheiden, wo knappe Finanzen und Personal am wirkungsvollsten eingesetzt werden
– zu beurteilen, welche Effekte Projekte insgesamt haben
– die Öffentlichkeit gezielt über verschiedenste Aspekte des Wirkens der Organisation zu unterrichten
– Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren
– das eigene Handeln als gemeinnützig zu rechtfertigen
Viele Organisationen sammeln und verwerten daher bereits Informationen in Bezug auf ihr soziales, ökonomisches und ökologisches Wirken in der einen oder anderen Form.

Die Zukunft gehört dem Wirkungscontrolling

Aus meiner Sicht ist dies allein jedoch nicht ausreichend. Um dem Thema Gewicht zu geben und es in seiner Gesamtheit zu erfassen, müssen die einzelnen Puzzlesteine zu den Fragen, welche sozialen, ökonomischen und ökologischen Wirkungen Ihre Organisation auf ihre Bezugsgruppen und das Umfeld, in dem sie tätig ist, hat, gebündelt und gezielt gesammelt in einem Wirkungscontrolling zusammengefasst werden.
 
Social Accounting
Insbesondere im angelsächsischen Bereich wurden hierzu unter dem Schlagwort „Social Accounting“ diverse Methoden entwickelt, aber auch im deutschsprachigen Raum geht die Entwicklung auf dem Gebiet voran.
 
Social Reporting Standard
Ein Beispiel hierfür ist der Social Reporting Standard, der durch ein Konsortium aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gemeinnützigen Organisationen (Verein Social Reporting Initiative e.V. (SRI)), entwickelt und 2011 veröffentlicht wurde (www.social-reporting-standard.de). Der Standard bietet einen Rahmen für die Berichtserstattung der Organisation, der über die reinen Finanzen hinausgeht und vermehrt auf die Wirkung der Organisation eingeht.
 
Es fehlen praktische Hilfen
Es wird spannend sein zu beobachten, wohin die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich führen werden.
Das Thema „WIRKUNG“ ist jedenfalls im Zentrum der Diskussion angelangt. Es fehlen für den deutschsprachigen Raum jedoch bislang praktische Hilfen für die konkrete Schritt für Schritt Realisierung.
 
Fazit
Das Thema Social Accounting wird durch einen steigenden Wettbewerb um knappere Ressourcen immer wichtiger. Für jede einzelne Organisation wird es daher immer wichtiger, die Wirkungen des eigenen Handelns in ihrer Gesamtheit zu verstehen und auch nach außen nachweisen zu können. Jede NPO ist daher aufgefordert, sich hier für die Zukunft zu positionieren.

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