Erste Skizze des legendären
Pandabären-Logos wiedergefunden

von Ehrenfried Conta Gromberg

Wer kennt es nicht, das Pandabären-Logo des WWF?

Es ist eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt. Die Ursprungszeichnung für dieses Logo galt lange als verschollen. Nun tauchte die Zeichnung im Vorfeld der Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum des WWF „WWF. Eine Biografie“ des Landesmuseums Zürich wieder auf. Es ist eine schwarz-weiße Zeichnung von Peter Scott. Lesen Sie, wie eine starke Idee sich über 50 Jahre hält.

Die Geschichte hinter dem Zeichner

Peter Scott war einer der Gründer des WWF und 1961 dessen erster Chairman. Er stammte aus einer reichen und berühmten Familie. Sein Vater war Robert Falcon Scott – der Scott, der im Wettlauf mit Amundsen um die Ersterreichung des Südpols 1912 in der Antarktis den Tod fand. Sein Sohn hatte ähnlich viel Energie und ihn trieb sein Leben lang die Verbundenheit mit der Natur und die Befürchtung an, dass wir Menschen die Ressourcen unserer Umwelt zerstören könnten.
Peter Scott konnte dank seiner Herkunft seinen Interessen nachgehen: Sport, wilde Tiere und der Malerei. In allen drei Bereichen brachte er es zu außergewöhnlichen Leistungen. So segelte er 1936 bei den olympischen Spielen für Großbritannien (Bronzemedaille) und später im America’s Cup. Auch in anderen Sportarten war er mehr als gut. Er war Mitgründer zweier Naturschutzorganisationen, von denen der WWF – auch dank Scotts kommunikativen Talenten – Weltbedeutung erlangte. In der Malerei erbte er das Talent seiner Mutter und schuf fast nebenbei sein wahrscheinlich bekanntestes Werk – das Panda-Logo.

Die Zeichnung

Original Logo Peter Scott WWF
Die Zeichnung ist eine grafisch strukturierte Schwarz-weiß-Zeichnung. Technik: Bleistift guachiert. Sie ist mit klarem Strich und vollen Flächen gestaltet. Noch ist das Fell gezackt und die Detailtiefe hoch. Trotzdem trägt die Grundform schon alle wichtigen Elemente des heutigen WWF-Logos: Die Perspektive, der Blick in die tiefschwarzen Augenflächen des Pandas, die beiden schwarzen Ohren und der Kontrast zwischen den weißen und schwarzen Fellflächen.

Die Geschichte hinter der Zeichnung

Die Zeichnung stammt aus dem Jahr 1961. Es war das Jahr der Gründung des WWF. In diesem Jahr bekam der Londoner Zoo einen einmaligen Zuwachs. Aus China wurde ein Panda mit Namen Chi Chi eingeführt. Chi Chi war 1961 der einzige Panda dieser Größe in Westeuropa. Das flauschige Tier repräsentierte eine hochgradig bedrohte Tierart. Zugleich erfüllte er 1961 eine Anforderung, die damals wichtig war: Der schwarz-weiße Panda konnte ideal mit einfachen Konturen als Volltongrafik wiedergegeben werden – eine wichtige Voraussetzung im Schwarz-weiß-Druck. Die Wahl dieses Motivs ist ein erster Hinweis auf die Medienkompetenz, die den WWF auch in seiner späteren Geschichte auszeichnen sollte.
Das Logo wurde im Laufe der Zeit mehrfach überarbeitet und ist in seiner heutigen Form stark stilisiert.

Kontinuität als Schlüssel für Bekanntheit

Der Pandabär ist ein Beispiel für die Kraft der visuellen Kontinuität. Während der Name des WWF im Laufe seiner Geschichte Wandlungen erlebte, trug das Symbol des Pandabären von 1961 bis heute 50 Jahre lang die Identität des WWF.

Links

www.wwf.de
50 Jahre WWF

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