Rezension von Ehrenfried Conta Gromberg
 


 
Hans-Jörg Bullinger, Brigitte Röthlein
Morgenstadt
Hanser Verlag, 2012
286 Seiten, gebunden
ISBN-13: 978-3446432031
 
Die Themen des Buches
„An irgendeinem Tag im Jahr 2007 war der Punkt erreicht, an dem weltweit mehr Menschen in Städten wohnten als auf dem Land …“ dieser Satz am Anfang des Buches umschreibt die Dimension der Aufgabenstellung. Morgenstadt ist ein Buch über die Stadt der Zukunft und damit ein Buch, das die Themenfelder von vielen NPOs bearbeitet:
• Ressourcenverbrauch
• Energiewende
• Mobilität
• Demographie
• Klimawandel
• Bürgerbeteiligung
• Information und Kommunikation
Die Autoren des Buches
„Morgenstadt“ steht für die Autoren Professor Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Frauenhofer-Gesellschaft und Brigitte Röthlein, Wissenschaftsjournalistin, für einen Entwurf, bei der die Stadt nicht Problem sondern auch Lösungsbringer sein kann.
„Es ist die große Herausforderung – ausgehend von dieser Vision oder Utopie -, konkrete Handlungsempfehlungen oder Leitlinien für die Zukunft unserer Städte abzuleiten.“, so die beiden am Ende des Buches.
Welche Vision ist es, die uns in der Morgenstadt vorgestellt wird?

Das Buch ist ein Kompendium wie die Frauenhofer-Gesellschaft die Situation sieht. „Die Frauenhofer-Gesellschaft als größte europäische Organisation für anwendungsorientierte Forschung hat in diesem Zusammenhang nicht nur die Verpflichtung, sondern auch das Know-how, um wesentliche Beiträge zu leisten.“, so stellt sich das Buch vor und folgert wenig später: „(…) Bei all diesen Problemen ist die Wissenschaft gefragt.“
Es ist also eine Vision, die viele wissenschaftliche Studien hinter sich versammelt. Naturgemäß viele, an denen auch die Frauenhofer-Gesellschaft beteiligt ist.
Im Buch selbst nicht, aber auf der Website zum Buch ist näher ausgeführt:
„Die »Morgenstadt« stellt eines der zentralen Zukunftsprojekte der zukünftigen Hightech-Strategie 2020 der Bundesregierung dar. Ziel der Hightech-Strategie ist es dabei, einen Leitmarkt für nachhaltige Stadtsysteme für die Zukunft zu schaffen, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu vertiefen und die Rahmenbedingungen für Innovationen weiter zu verbessern. Zukunftsprojekte verfolgen dabei konkrete Ziele wissenschaftlicher und technologischer Entwicklungen über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren.“
Quelle: www.morgenstadt.de mit Stand 02.02.2013
Ziele und Inhalte
Auf der Website findet man dann auch das konkrete Ziel des Projektes:
„Die Morgenstadt ist die CO2-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt.“ Mit diesem Wissen ausgestattet, kommt man besser in das Buch hinein und findet die entscheidenden Sätze wie z.B. auf Seite 19: „Damit die Megastädte nicht die Verschwender der Menschheit werden, ist in vielen Aspekten ein Umdenken zur Nachhaltigkeit nötig.“ Dem kann man nur zustimmen.
Das Buch entfaltet dann in den zuvor genannten Kapiteln eine Fülle von Eindrücken: Von Seoul bis Freiburg, von Akustik bis Sicherheit, von Technik bis Einsamkeit.

Fazit

Morgenstadt ist ein gut lesbarer, leicht verständlicher Reader, der einen Überblick über ein ambitioniertes Forschungsvorhaben verschafft. Es gibt viele interessante Einblicke in Forschungsergebnisse und Sichten in die Zukunft.
Für NPOs, die sich in den einzelnen Themen bewegen, ist Morgenstadt im konkreten Bereich nicht tief genug, im Bereich Bürgerbeteilgung – obwohl das Thema genannt wird – sogar etwas schwach auf der Brust. Trotzdem unbedingt lesenswert, um den Stand der deutschen Wissenschaft zu sehen.
Besuchen Sie die Seite www.morgenstadt.de.
Dort können Sie sich schnell einen ersten Eindruck von der Vision der Frauenhofer-Morgenstadt machen und können anschließend entscheiden, ob dieses Buch in Ihr Bücherregal gehört.

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