Wie bekommen Sie hochqualifizierte Profis dazu, für Sie kostenlos zu arbeiten?
von Ehrenfried Conta Gromberg
Vom 23. bis 24.08. fand in der Medienstadt Hamburg der Kreativmarathon statt. Der erste deutsche Kreativmarathon wollte pro bonon Engagement als Event-Format in einem direkten home run provozieren. Spendwerk war mit dabei und berichtet, ob das Experiment gelungen ist.

Deutschlands erster Kreativmarathon

arbeitsgruppe-kreativmarathon
In den Räumen von Red Rabbit mit Blick auf den Hamburger Hafen
Die Idee ist zunächst einfach: Man überrede eine große teure Werbeagentur dazu, ihre gesamten Räume für eine Handvoll sozialer Organisationen freizuräumen. Man trifft sich dann in der Agentur an einem Vormittag locker zum Brunch und ab dann dürfen die NPOs die ansonsten so teuren Kreativen für ihre eigenen Aufgaben einspannen. Am nächsten Tag – genau 24 Stunden nach dem Brunch – sitzen alle zusammen und präsentieren die fertigen Ergebnisse.

Klingt einfach.
Funktioniert es aber auch?

Red Rabbit ließ sich auf das Experiment ein, 24 Stunden pro bono für gemeinnützige Organisationen zu arbeiten. Die Ausrichter waren der Talentspender e.V., socialpioneer und re.frame. Mit dabei war Spendwerk und trug im einzigen Plenarvortrag den Baustein „Storytelling“ bei – natürlich pro bono. Ansonsten mussten alle sich in die einzelnen Räume zurückziehen und wirklich arbeiten.
ehrenfried-conta-gromberg
Ehrenfried Conta Gromberg referiert über die Kunst des Storytelling

24 Stunden – wie geht das?

Entscheidend für den Erfolg des Kreativmarathons war eine gute Vorbereitung:
• die ausgewählten NPOs mussten einen konkreten Bedarf haben
• dieser musste mit den Kapazitäten der Agentur matchen
• hier ein großes Lob an das Vorbereitungs-Team: alles passte
• dahinter steckte viel Arbeit VOR dem Marathon
• von daher war es kein Zufall, dass jede der 7 NPOs ihre Ansprechpartner hatte
• aufgenommen wurden nur Projekte, die auch bearbeitet werden konnten
Im Schnitt waren die Gruppen beim Kreativmarathon ca. 4 bis 6 Personen stark. Gearbeitet wurde z.B. an einer Social Media Strategie oder an einem Flyer für ein konkretes Angebot. Die Aufgaben waren so bemessen, dass sie in 24 Stunden leistbar waren, ein wenig Schlaf eingeschlossen. Verpflegung wurde durch Catering gestellt, damit nichts den Arbeitsfluss unterbrechen konnte.

pro bono Engagement – kann das systematisiert werden?

veranst-kreativmarathon
Bastian Müller (re.frame) und Sonja Christine Winter (socialpioneer) sehen ein enormes Potenzial im pro bono Engagement
Dass einzelne Firmen oder Kreative pro bono für eine gemeinnützige Organisation arbeiten, das gibt es schon lange. Im Kreativmarathon finden Partner zusammen, die glauben das pro bono Potenzial in unserer Gesellschaft durch gute Struktur besser heben zu können.
Auf der Seite Partner des Kreativmarathons finden Sie einige der geistigen Väter des Formates:
CreateAthon
Eine gemeinnützige Organisation, benannt nach dem englischen Format des Kreativmarathons, erfunden 1998 in den USA.
pro bono lab
Eine NPO aus Frankreich.
Die BMW Stiftung
spielte wieder einmal Netzwerktreiber und brachte USA / Frankreich und Deutschland zusammen.

Spendwerk sagt: Weiter so!

Uns hat die Teilnahme am Kreativmarathon viel Spaß gemacht. Red Rabbit war absolut locker und nach unserer Beobachtung kamen alle Teams schnell und zielgerichtet voran. Wer noch nicht an pro bono glaubt, der möge sich beim nächsten Kreativmarathon einschalten und mit dabei sein.
Information zum Kreativmarathon
Dieses PDF beschreibt das innovative pro bono Format.
Bei Interesse kann mit Bastian Müller Kontakt aufgenommen werden.
 

Scroll Up