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Erbschaftsfundraising

Rezension

von Kai Fischer

 

Susanne Reuter (Hg.): Erbschaftsfundraising. Mit Herzblut und Fingerspitzengefühl. Düsseldorf 2007. Preis: 34,00 €

Ein Buch über das Thema Erbschaftsfundraising

Erbschaftsfundraising ist eine wichtige und in Zukunft sicherlich noch wichtiger werdende Form des Fundraisings. Und es ist an der Zeit, auch zu diesem Thema eigenständige Bücher vorzulegen. Deshalb ist es zu begrüßen, dass Susanne Reuter sich die Aufgabe gemacht hat, insbesondere die kirchlichen Hintergründe dieses Themas zu beleuchten.

Sechs Kapitel von Susanne Reuter mit Exkursen anderer

Das Buch teilt sich in sechs Kapitel, die der Arbeit der Organisation zum eigenen Erbschaftsfundraising nachzeichnen. Neben der Einführung in die Thematik führt uns die Herausgeberin über die Positionierung und Vergewisserung der Organisation auf die strategische Ebene hinzu den Zielgruppen und kommt dann zum Lernprozess der Organisation selber und dem Ausblick. In diese Kapitel, die von der Herausgeberin verfasst wurden, werden Exkurse und Kommentare von kirchlichen und außerkirchlichen Experten eingestreut.

Ein Buch mit eigentlich zwei Themen

So wichtig das Thema ist, dieses Buch stellt einen Rezensenten vor eine kaum lösbare Aufgabe. Denn Susanne Reuter hat nicht ein, sondern zwei Bücher in einem veröffentlicht. Beide wichtig, aber nur begrenzt aufeinander bezogen. Zum einen schreibt sie selbst eine Einführung zur Implementierung des Fundraisings in das System „Nonprofit-Organisation" am Beispiel des Erbschaftsfundraising. Das ist ausgesprochen verdienstvoll, eröffnet diese Darstellung doch den Blick für systemische Fragestellungen rund um Fundraising. Spannend wäre es gewesen, das Buch als Einführung in das Fundraising unter dem systemischen Blickwinkel zu schreiben. Wer Susanne Reuter kennt, weiß, dass dies eines ihrer Kernthemen ist. Erbschaftsfundraising wäre dann das Fallbeispiel. Der Titel des Buches ein anderer.

Exkurse von kirchlichen Autoren

In den Exkursen untersuchen kirchliche Experten einzelnen hoch interessante Fragestellungen: So untersucht Helmut Blanke den Dank im Neuen Testament und kommt der Frage auf die Spur, warum wir uns alle mit dem Danken so schwertun. Oder Paul Dalby untersucht den Zusammenhang von Seelsorge und Erbschaftsfundraising und diskutiert die hierin liegenden ethischen Fallen. Klaus Heil ist mit einem Beitrag über Authentizität und Persönlichkeit vertreten. Alle diese Beiträge sind spannend und verdienen auch außerhalb von Kirche und kirchlichen Strukturen gelesen zu werden, weisen sie uns doch auf verschiedene Problemfelder und Aspekte des Fundraisings hin.

Empfehlenswert, wenn man sich auf das Buch einlässt

Das Buch hat eine Fülle von Impulsen zum Fundraising. Zu den systemischen Aspekten und auch zum Erbschaftsfundraising. Es wäre für den Leser aber einfacher und besser nachvollziehbar gewesen, wenn beide Aspekte in getrennten Publikationen erschienen wären. Denn so bleiben am Ende einige zentrale Fragen zum Thema offen: Wie wird denn nun Erbschaftsfundraising in der Praxis medial und organisatorisch umgesetzt? Gibt es zur allseits bekannten Erbschaftsbroschüre mittlerweile andere Methoden, die erfolgreich eingesetzt werden können? Schade, dass diese praktischen Fragen am Ende etwas herunterfallen. Trotzdem ist das Buch schon aufgrund seiner Breite an interessanten Inhalten zu empfehlen. Wer sich keine konkrete Anleitung zum Erbschaftsfundraising hiervon verspricht, wird es mit Gewinn lesen.