Web 2.0 im US Vorwahlkampf 2008- Fundraising bei Barack Obama
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Web 2.0 im US Vorwahlkampf 2008

4 Punkte, die Sie wissen sollten
Oder - Woher bekommt Barack Obama seine Spenden?

von Kai Fischer

 

Verfolgen Sie den amerikanischen Vorwahlkampf im Internet? Dort können Sie im Moment lernen, wie das Internet für die politische Arbeit genutzt wird und was in den nächsten Jahren auch auf uns zukommen wird. Vier Punkte sind von besonderer Bedeutung:


1. Alle Kandidaten haben Profile zur ihren Personen auf den Social-Community-Sites wie Facebook

Die Profil-Sites ermöglichen einen Kontakt zu vielen anderen Nutzern und erlauben aktuelle Informationen und Diskussionen über einzelne Themen im Blog. Interessenten werden Freunde, werden über das System informiert und eingebunden und haben die Möglichkeit, an Diskussionen teilzunehmen. Dabei gilt: Je stärker die Site besucht wird, je mehr „Freunde" sich eintragen, desto mehr neue Interessenten lassen sich gewinnen und desto besser kann das Potenzial genutzt werden.

 

2. Nicht das Fernsehen, sondern YouTube, der Videokanal, wurde zur Erklärung der Kandidatur der Vorwahlkampfskandidaten genutzt

Die Erklärungen, bei der die Regie-Hoheit vollständig bei den Kandidaten und deren Beratern liegt, stehen permanent zur Verfügung und können einfach verlinkt werden. Die Video-Kanäle werden so zu einem wichtigen Kommunikationskanal, um Botschaften zu verbreiten.

 

3. Das einflussreichste Video stammt von einem Unterstützer Barack Obamas

Er hat aus Obamas Rede nach der Vorwahl in New Hampshire einen Rap mit dem Titel „Yes, we can" zusammengeschnitten und auf YouTube eingestellt. Das besondere hieran: Die Aktion wurde ohne Wissen und Unterstützung hergestellt. Aufgrund dieser Authentizität wurde der Clip weit im Internet verbreitet und entfaltet so seine eigene Bedeutung.

 

4. Und dann wären da noch die Kleinspenden im Internet

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Barack Obama bisher mehr teure Fernseh Spots als Hillary Clinton schalten konnte? Einfache Erklärung: Weil er mehr Geld in den Kassen hat. Aber warum? 2007 lagen die beiden demokratischen Kandidaten noch mit je 100 Millionen Dollar Spendenaufkommen in der Wahlkampfkasse Kopf an Kopf. Dann zog Barack Obama im Januar 2008 finanziell an Hillary Clinton vorbei. In diesem Monat sammelte er 36 Millionen Dollar an Spenden ein (Quelle Handelsblatt). Hillary Clinton schaffte nur knapp die Hälfte. Was gab den Ausschlag? Wieviel des Januar-Geldes von Barack Obama kamen über das Internet? Unglaubliche 28 Millionen Dollar. Das sind über 70 Prozent. Lesen Sie hier mehr darüber.

 

Was lernen wir für das Fundraising in Deutschland daraus?

Die Kommunikation verändert sich an den Rändern. Interessenten und Unterstützer schalten sich unabhängig und jenseits jeder Planung in die Kampagne ein, diskutieren einzelne Themen und verbreiten die Nachrichten in ihren Netzwerken. Die Verantwortlichen in den Organisationen müssen ertragen, dass sie die Kommunikation immer weniger kontrollieren können. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland Menschen in politische und Werte-Diskussionen einschalten und aktiv mitführen - ob gewollt oder nicht.