von Kai Fischer
In Zeiten der Krise, wenn das Geld überall knapp wird, spielt Fördererbindung eine starke Rolle. Denn nichts ist so teuer wie das Werben von neuen Förderern. Gehen Sie einmal davon aus, dass es wesentlich günstiger ist einen Förderer zu binden als einen neuen Förderer zu finden. Und wenn das Geld knapp wird, kann das Werben eines neuen Förderers noch teurer werden.
Fördererbindung wird damit die zentrale Aufgabe im Fundraising. Sollen Einnahmen stabil gehalten werden, dann gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten:
Neue Förderer gewinnen
Neue Förderer gewinnen, ist ein probates, aber leider sehr teures Mittel. Der Aufwand einen, neuen Spender zu gewinnen, steigt und die Responseraten sind vielfach im Keller. Die ersten Organisationen stellen Mailing an kalte Adressen ein. Andere setzen auf Straßenstände oder auch auf das Internet. Und auch Fundraising regional verspricht noch neue Erfolge. Gibt es also Alternativen zur Suche nach neuen Spendern? Welche Methoden haben einen gleichen ökonomischen Effekt – bei geringeren Kosten?
Förderer unterstützen Sie mit einem höheren Betrag
Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, mit dem Großspenden-Fundraising zu beginnen? Haben Sie Großspender in Ihrer Datei? Oder müssen Sie die Strukturen und Beziehungen erst noch aufbauen? Dann sollten Sie einen mittleren Zeitraum anvisieren, bis sich Ihr Großspenden-Fundraising auszahlt. Das Interview mit Jan Ueckermann verrät Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Großspenden-Fundraising achten sollten.
Spenden Ihre Förderer öfter?
Wie viele Spendenaufrufe können Sie schicken, ohne dass Ihnen Ihre Förderer abhanden kommen, weil sie sich belästigt fühlen? Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend. ob Sie noch einen weiteren Spendenaufruf per Post, E-Mail oder Telefon an Ihre Förderer richten können. Wenn Sie diese Frage nicht so genau beantworten können, empfehlen wir Ihnen eine kleine Befragung oder das ein Experiment, damit Sie erfahren, wie Ihre Förderer reagieren.
Bessere Spenderbindung
Was bleibt noch? Sie binden Ihre Förderer besser. Sie bleiben so länger Ihre Unterstützer und Sie müssen pro Jahr deutlich weniger neue Förderer werben. Ihr großer Vorteil: Da die Kosten für die Bindung geringer sind, erhöht sich der Life-Time-Value Ihrer Förderer deutlich. Mit anderen Worten: Aufgrund der geringeren Kosten bleibt Ihnen ein höherer Betrag für Ihre Projekte und Programme, sodass Sie nicht alle wegfallenden Förderer ersetzen müssen, um die Leistungen im gewohnten Umfang erbringen zu können.
Orientieren Sie sich an den Erwartungen und Bedürfnissen Ihrer Förderer
Und die Investition in die Bindung hat noch einen weiteren Vorteil: Sie müssen sich an den Bedürfnissen und Erwartungen Ihrer Förderer orientieren. Dadurch fühlen sie sich besser betreut und eingebunden. Sie geben unter Umständen nicht nur länger, sondern stellen Ihnen auch noch andere Ressourcen zur Verfügung. Wenn sie Ihnen vertrauen, können Sie vielleicht auch ihre Netzwerke nutzen. Und dadurch könnte auch die Werbung neuer Förderer einfacher und effektiver werden.
Es führt kein Weg an einer guten Fördererbindung vorbei
Auch wenn die ökonomischen Effekte von Bindung nicht so augenfällig sind: An einer guten und effektiven Fördererbindung kommt heute keine Organisation mehr herum. Denn es ist immer einfacher und effizienter von einem Förderer eine weitere Förderung zu erhalten, als neue Förderer zu gewinnen. Und gut gebundene Förderer haben Spaß daran, Ihnen die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Auch und gerade wenn die Zeiten schwieriger werden und Geld gespart werden muss.
Deshalb ist 2009 für uns das Jahr der Fördererbindung. Wir wollen mit Ihnen in diesem Jahr verschiedene Möglichkeiten und Aspekte der Bindung vorstellen. Denn das Ziel ist klar: Aus Förderern loyale Förderer zu machen.
Fundraising innovativ
ISSN 1866-6655
Ausgabe Nr. 09-01
4. Februar 2008
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