von Kai Fischer
Formulieren Sie klare, eindeutige und messbare Ziele für Ihr Engagement im Social Media. Denn so viele Organisationen wie es gibt, so viele verschiedene Ziele kann es für Ihr Engagement im Web geben. Geht es Ihnen um Spenden? Oder wollen Sie neue Freiwillige werben? Suchen Sie Unterstützung für Ihre Advocacy-Kampagne? Je nachdem, welches Ziel Sie formulieren, stellt sich Ihr Erfolg anders dar. Und entscheiden Sie vorher, wie Sie das Erreichen Ihrer Ziele messen wollen. Nur dann wissen Sie, ob sich Ihr Engagement am Ende auch gelohnt hat. Und Sie haben ein gutes Argument, weitere Mittel für Ihr Engagement bewilligt zu bekommen.
Die Erfahrungen zeigen: Spenden direkt auf Facebook oder einer vergleichbaren Site einzuwerben, ist schwierig. Einfacher wird es, wenn Sie Ihre „Freunde“ auf Ihre Website führen und hier um Unterstützung bitten. Auf Ihrer eigenen Website können Sie Ihre Geschichten erzählen und damit eine Verbindung zur Spende herstellen. Alternative Möglichkeiten wie ein Charity-Shop oder Anlass-Spenden lassen sich hier besser einbinden als auf Facebook.
Denken Sie daran, dass die Themen und Inhalte Ihres Facebook-Profils auch mit denen auf Ihrer Website übereinstimmen müssen. Koordinieren Sie Ihre Aktivitäten. So können Sie Menschen auf Facebook begeistern, die sich auf Ihrer Website weiter informieren können. Das ist eine gute Voraussetzung, damit am Ende Ihre „Freunde“ Sie auch finanziell unterstützen.
Neben Ihrer Website müssen Sie auch Ihren Newsletter auf dem neuesten Stand haben. Trotz den Möglichkeiten, die Ihnen Facebook bietet, werden die meisten Spenden nach wie vor über E-Mail eingeworben. Deshalb können Sie auf diesen zentralen Treiber Ihres Online-Fundraisings weder heute noch in Zukunft verzichten.
Um Ihr Ziel optimal erreichen zu können, müssen Sie wissen, wann Ihre „Freunde“ auf Facebook reagieren. Wissen Sie an welchem Tag die Besucher Ihrer Profil-Seite am besten reagieren? Welchen Zusammenhang gibt es mit dem gleichzeitigen Posting von Bildern oder Videos? Auf welche Ereignisse lassen sich die meisten Zugriffe Ihrer Website über Ihr Facebook-Profil feststellen? Wann melden sich bei Ihnen die meisten neuen „Freunde“?
Diese und andere Fragen müssen Sie beantworten, um Ihre Aktivitäten planen und immer weiter verbessern zu können. Wenn sich Ihre „Freunde“ bei mehr als drei Postings pro Tag überfordert fühlen (und beginnen sich abzumelden), dann sollten Sie die Entscheidung treffen, pro Tag maximal drei Beiträge zu veröffentlichen.
Können Sie Ihre Ziele auf Facebook oder einer anderen Social-Media-Site erreichen? Wenn ja, dann gehen Sie diesen Weg weiter und setzen Sie Ressourcen ein.
Rechnet sich Ihr Engagement nicht, dann scheuen Sie sich nicht, die Reißleine zu ziehen und das Engagement auf Facebbook zu beenden. Denn denken Sie daran: Social-Media-Fundraising ist (auch) ein Hype. Viele Organisationen haben ihre Ziele (noch) nicht erreichen können. Und es gibt eine Reihe anderer Wege im Online- und Multi-Channel-Fundraising, die u.U. für Sie erfolgversprechender sein können.
Und last but not least:
In Ihrem aktuellen E-Book haben Shabbir Imber Safdar und Shayna Englin ihre Erkenntnisse über die Erfahrungen von UNICEF USA mit Facebook und Website zusammengestellt. Die Daten der letzten acht Monate zeigen, wie die Unterstützer von UNICEF reagieren, wann sie von Facebook kommend die Website aufsuchen und welche Aktivitäten UNICEF unternehmen kann, um die Effektivität des Engagements auf Facebook zu optimieren. Hieraus leiten sie eine Reihe von Schlüssen ab, was alle Nonprofit-Organisationen über ihr Engagement wissen müssen und wie sie diese Daten erheben können.
Shabbir Imber Safdar/ Shayna Englin: Is Your Nonprofit Facebook-Page Worth?
Fundraising innovativ
ISSN 1866-6655
Ausgabe Nr. 10-04
24. August 2010
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