Alternative Finanzierung - Fünf Gründe - Fundraising
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Alternative Finanzierungen

 

Fünf Gründe, warum Sie nicht alleine
auf Fundraising setzen sollten

Die finanzielle Situation vieler Organisationen wird sich in den nächsten Jahren nicht bessern. Die Wirtschaftskrise schlägt jetzt voll auf die öffentlichen Haushalte durch, Steuereinnahmen sinken in den Keller. Verteilungskonflikte über weniger werdende öffentliche Mittel sind bereits im Gange. Da die Bundesregierung noch Steuern senken will, bereiten viele Bundesländer schon Streichlisten vor.
Obwohl die Wirtschaft ihre Talsohle erreicht zu haben scheint, ist nicht klar, ob die Arbeitslosigkeit doch noch steigen wird. In vielen Unternehmen arbeiten die Menschen noch kurz. Ein Teil von ihnen könnte noch ihren Arbeitsplatz verlieren. Zunehmende Arbeitslosigkeit dürfte für die öffentlichen Haushalte wie für die Wirtschaft weitere negative Auswirkungen haben.
Was liegt daher nahe, in dieser Situation auf Fundraising zu setzen. Fundraising verspricht, die Finanzierungslücken zu schließen. Nur ist das überhaupt realistisch?

Fundraising hat eine lange Anlaufphase

In der Regel – das zeigen alle Erfahrungen – ist Fundraising nicht dazu geeignet, Finanzierungslücken in einer Krisensituation schnell zu schließen. Fundraising hat einen Vorlauf von drei bis fünf Jahren bis das vorhandene Potenzial ausgeschöpft werden kann. Fehlen kurzfristig Gelder, ist diese Zeit häufig nicht gegeben.

Fundraising bedeutet Organisationsentwicklung

Private Förderer, aber auch Unternehmen und Stiftungen geben in einer anderen Logik als die öffentliche Hand. Sie müssen emotional überzeugt werden und das Geben muss für sie mit Sinn verbunden sein. Fast immer müssen deshalb Projekte reformuliert und die Kommunikation neu ausgerichtet werden. Bei zurückgehenden Mitteln besteht häufig weder Zeit noch Konzentration, sich dieser Aufgabe zu widmen.

Die Fundraising-Umsätze stagnieren

Alle vorliegenden Untersuchungen zeigen, dass die Summe aller Spenden erstaunlich stabil ist. Während die Zahl der Spender leicht sinkt, nehmen die Spenden pro Person etwas zu. Kleine Steigerungen werden von der Inflationsrate wettgemacht. Verschiebungen gibt es allerdings unter den Organisationen. Was die eine an neuen Spendern gewinnt, verliert eine andere.

Immer mehr Organisationen steigen ins Fundraising ein

Bei stagnierenden Umsätzen und immer neuen Organisationen, die Fundraising betreiben, nehmen Konkurrenz und Kosten zu. Damit wird es aber auch immer schwieriger und aufwendiger, neue Förderer zu finden, um die entstehenden Lücken zu schließen. Da die Werbung von neuen Spendern zu der aufwendigsten und teuersten Aufgabe im Fundraising gehört, stellt sich immer die Frage nach der Effizienz.

Fundraising kann die entstehenden Lücken nicht schließen

Werfen wir einen Blick auf die USA: Hier haben Nonprofit-Organisationen mit Sicherheit die meisten Erfahrungen im Fundraising. Formen und Methoden sind weit entwickelt. Hinzu kommt, dass hier Fundraising und bürgerschaftliches Engagement kulturell eine andere kulturelle Bedeutung als in Europa hat. Aber selbst in den USA werden nur 13 Prozent aller Mittel des Dritten Sektors durch Fundraising eingeworben - trotz kultureller Vorteile und eines hoch entwickelten Systems. Die Vergleichszahlen für Deutschland weisen übrigens einen Wert von drei Prozent aus.
Selbst wenn es uns gelingen sollte, die Umsätze im Fundraising zu verdoppeln, was angesichts der oben skizzierten Rahmenbedingungen eher schwierig sein dürfte, können wir damit die Einsparungen der öffentlichen Hand kaum ausgleichen. Dies erreichen zu wollen, erscheint angesichts aller vorliegenden Vergleichszahlen als utopisch.


Damit stellt sich die Frage nach möglichen Alternativen. Welche Handlungsoptionen haben Organisationen, wenn Fundraising sich als Fata Morgana erweisen sollte, die Hoffnungen weckt, die beim Näherkommen immer wieder verschwinden? Antworten auf diese Fragen sind diffizil. Erste Antworten wollen wir auf dem Spendwerk-Forum mit Ihnen diskutieren. Sie sind herzlich eingeladen, uns in Kiel zu treffen und gemeinsam Erfahrungen mit uns auszutauschen. Anmelden können Sie sich über den nebenstehenden Link. Wir freuen uns auf Sie.